Ainring! eine Klasse für sich

Brauchtum in Perfektion beim 71. Rupertigau-Preisschnalzen in Kirchanschöring

Kirchanschöring. Sensationell! – Jubel und Feierlaune in Ainring. Nach dem Sieg der Jugendpasse Ainring I toppen die Allgemeinpassen Ainring VI, I und Ainring V mit dem Sieg aller drei Podestplätze. 

Sieger der Allgemeinpassen, der Königsdisziplin beim 71. Rupertigau-Preisschnalzen 2026 darf sich Ainring VI nennen. Die erreichten 191,0 Punkte zeugen von einem perfekten Zusammenspiel aus Technik, Kraft und Material und am Ende natürlich der Tagesform, gestärkt von der Sicherheit aus den vielen Trainingsstunden, die seit dem Stefanitag – dem Beginn des Aperschnalzens - geleistet wurden.  Die zweitplatzierte Passe Ainring I erreichte 188,5 Punkte. Das Trio perfekt machte Ainring V mit 186,5 Punkten.  Die sieben Preisrichter, die hinter verschlossenen, verdunkelten Türen und Fenstern rein nach Gehör ihre Arbeit verrichten, hatten es sich erneut zur Aufgabe gemacht, alle 94 Jugend- und 153 Allgemein-Passen fair nach den vorhandenen Richtlinien zu bewerten. Perfekt ist ein „Radl“ – damit ist die exakte Schlagfolge in Geschwindigkeit und Lautstärke gemeint – erst dann, wenn es eben klingt wie ein Rad, der Schall eine runde Sache ist, so Rudi Roider. Er ist 1. Vorsitzender der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e. V. und in seinem Ehrenamt von Beginn der jährlichen Schnalzersaison, die bis zum Faschingsdienstag dauert fest in diesem einzigartigen Brauchtum eingebunden. „Die Ergebnisse der vorausgegangenen Gebiets- und Gemeindeschnalzen haben uns gezeigt, dass es Favoriten unter den Passen gibt, aber auch, dass die Schnalzerinnen und Schnalzer immer für Überraschungen sorgen können“, so Roider, der damit die geringen Punktunterschiede der erreichten Platzierungen des ersten Drittels beschrieb.

Ein ganzer Tag für den Nachwuchs

Nicht weniger spannend zeigte sich der vorausgegangene Samstag, an dem die Kinder und Jugendlichen aufgerufen waren, sich zu messen. Jubel und Feierlaune am Ende für die Passe Ainring I.  Mit 162,5 Punkten entschieden sie den Sieg für sich, erhielten den großen Siegerkrug und die Wandergoaßl. Thundorf-Straß I sind die Zweitplatzierten mit 156,0 Punkten. Auf Rang drei landeten die Nachwuchsschnalzer aus Gois, die Passe Gois mit 146,5 Punkten.

Grenzenlose Freundschaften

Der Eifer, mit dem die über 2.500 Teilnehmer dabei waren und im Festzelt für jede Passe jubelten zeugt von der ungebrochenen Leidenschaft und den Freundschaften, die die Schnalzer „drent“ und „herent“ verbindet. Dieser Funke sprang auch auf die Zuschauer über. Dicht gedrängt und mehrreihig hintereinander verfolgten sie das Geschehen, fachsimpelten eifrig mit. Ebenso die Ehrengäste, die sich auf Ehrentribüne versammelten. Unter ihnen auch Kirchanschörings 1. Bürgermeister, Hans-Jörg Birner, der Staatsministerin Michaela Kaniber, zahlreiche Bürgermeister, Vertreter aus bayerischen und österreichischen Vereinen und Verbänden in seiner Heimatgemeinde begrüßen durfte.

Alle halfen zusammen

Zwei Jahre hat man in Kirchanschöring an den Vorbereitungen dieser Veranstaltung geplant. Festleiter und 1. Vorstand des Ausrichters, dem G.T.E.V. „Edelweiß“ Roth-Kirchanschöring konnte am Ende auf viele Helfer zählen. Vereinsmitglieder, Festausschuss, Blaulichtorganisationen, allen voran die Freiwillige Feuerwehr, der gemeindliche Bauhof, die Gemeindeverwaltung und die Bevölkerung haben mit angepackt. Entgegenkommen gab es von Seiten der Grundstückseigentümer, die ihre Flächen für das Festzelt, die Schnalzerwiese und zum Parken zur Verfügung stellten.  All ihnen galt mehrfacher Dank, ebenso, wie den Preisrichtern und den Personen, die im Büro dafür zuständig sind, dass Start- und Ergebnislisten rechtzeitig erstellt wurden.

Die Ausrichter der nächsten Jahre sind gefunden

Unter den Gästen waren natürlich viele Zuschauer und Vereinskameraden aus Loig. Dort, vor den Toren Salzburgs findet das Großereignis im kommenden Jahr statt. Auch ein Ausrichter für 2028 scheint gefunden. Erich Fagerer, Vorstand aus Högl übergab offiziell die Bewerbung. Abgestimmt wird im kommenden November anlässlich der Jahreshauptversammlung der Schnalzervereinigung.

© Inge Erb, Gaupressewartin Gauverband I

Ein beheiztes Festzelt für das 71. Rupertigau-Preisschnalzen in Kirchanschöring

Kirchanschöring: „es gäd dahi“ berichtet Andreas Heidenthaler, Festleiter beim bevorstehenden 71. Rupertigau-Preisschnalzen, dem Höhepunkt der Schnalzersaison während der Aufbauarbeiten des Festzeltes. Er und viele fleißige Helfer haben alle Hände voll zu tun, um am Wochenende 7. und 8. Februar zunächst die Gäste und bei den abschließenden Siegerehrungen die aktiven Schnalzerinnen und Schnalzer von „drent“ und „herent“ zu bewirten.  Eigens dafür werden die Gastgeber, der G.T.E.V. „Edelweiß“ Roth-Kirchanschöring ein beheiztes Festzelt an der Leobendorfer Straße aufstellen. „Auf 2.250 Quadratmetern Zeltfläche halten wir für 2.000 Personen einen warmen Ort mit bester Bewirtung bereit, der nur wenige Meter von der Schnalzwiese entfernt ist“, so Heidenthaler.

Erneuter Anmelderekord

„Heuer haben sich zu diesem regionalen Großereignis 93 Jugend- und 155 Allgemeinpassen angemeldet“, so Rudi Roider, 1. Vorsitzender der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e. V. Er verkündet damit einen erneuten Anmelderekord an beiden Tagen. Am Samstag misst sich der Nachwuchs, der ab 10:00 Uhr empfangen wird. Begrüßung und Grußworte der Ehrengäste stehen ab 11:30 auf dem Programm, ehe ab 12:00 das Preisschnalzen beginnen kann. Die Preisverteilung beginnt pünktlich um 16:00 Uhr und findet im Festzelt statt. Herzlich Willkommen in Kirchanschöring heißt es am darauffolgenden Sonntag, den 8.2. für die Allgemein-Schnalzerpassen, die ab 9:00 Uhr empfangen werden. Auch hier folgen die Begrüßung und Grußworte der Ehrengäste. Beginn ist 10:30 Uhr, also eine Stunde früher als am Samstag, um den Zeitplan einzuhalten. Wer kann die hervorragenden Platzierungen des Vorjahres wiederholen? kann an die Leistungen bei den vorausgegangenen Gemeinde- und Gebietsschnalzen angeknüpft werden? Spannung ist also ab 11:00 Uhr garantiert, wenn die „Großen“ Schnalzer ihr Bestes geben. Ebenso Spannung verspricht die Preisverteilung, die ab 18:00 Uhr im Festzelt den Sieger kürt. Für alle Passen – Jugend und Allgemein – gibt es zur Erinnerung wieder einen der begehrten Krüge; auf die Sieger wartet obendrein die Wandergoaßl, ein Erinnerungsstück, dass für das kommende Jahr an ihren Triumpf erinnert.

Der kurze Weg zur Schnalzerwiese

Wie der Veranstalter bekannt gibt, sind reichlich Parkplätze rund um das Festgelände vorhanden. Neben einer aussagefähigen Beschilderung stehen Gästen und Schnalzern die örtliche Feuerwehr zur Seite, um sie hilfestellend zu den Parkflächen zu leiten.  

© Inge Erb, Gaupressewartin Gauverband I

Bildnachweis: Andreas Wimmer, Inge Erb

Brauchtums-Jubiläum der Rekorde

„Ainring ein Gastgeber mit Bravour“ 

Viel Training, die gute Tagesform und das Quäntchen Glück. Wenn das alles zusammenkommt, dann hat man es geschafft, geht als Sieger beim Rupertigau-Preisschnalzen nach Hause. Darf den einzigartigen großen Siegerkrug sein Eigen nennen und die Wandergoaßl für ein Jahr als Trophäe besitzen.  

Sie haben es geschafft, die 9 Männer der Pass Siezenheim II, die denkbar knapp als Sieger hervorgingen. Mit 191 Punkten gleichauf mit Ainring V und dennoch voran, denn das Regelwerk sieht vor, dass bei Gleichstand der Punkte diejenige Passe die bessere Platzierung erhält, die beim ersten Durchgang die höhere Wertung erreichte. Ebenso knapp ging es weiter: Ainring I landete mit 190 Punkten auf Platz 3. „Dass es so knapp einhergeht, das gab es noch nie, seit ich mich erinnern kann“, meinte Rudi Roider, der Vorsitzende der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel auf Nachfrage.

Über die Entstehung des Aperschnalzens gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine davon ist, dass durch lautes Peitschenknallen die unter tiefer Schneedecke schlummernde Saat zu neuem Leben erweckt wird. Auch wenn das mit der Schneedecke bei den fast frühlingshaften Temperaturen nicht zutraf, die Saat, die zu neuem Leben erweckt wurde, passte auf den Schnalzernachwuchs bestens. 

Der Heimsieg gelang Ainring I, die bei der Jugend mit 171,5 Punkten klar in Führung ging. Gois I folgte ihnen mit 163 Punkten, Siezenheim I landete auf Platz drei mit 161,5 Punkten.

Rekorde

Schon bei den Anmeldungen zeichnete sich ab, dass man erneut auf einen Teilnehmerrekord hinsteuert, die Begeisterung für das Aperschnalzen nicht abreißt. Am Ende waren es 90 Jugend- und 148 Allgemeinpassen, die mit insgesamt über 2.300 Schnalzerinnen und Schnalzern an den Start gingen. Unzählige Besucher belohnten den Einsatz der Passen mit viel Applaus und fieberten eifrig mit. „Das ist erneut ein Preisschnalzen, dass alle Rekorde bricht“, so Rudi Roider, Vorsitzender der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e. V. Besonderen Respekt zollt er den Preisrichtern, und spricht dabei von einer enormen Leistung. Denn auch dort ist die Anspannung groß. Rein nach Gehör, sitzen sie stundenlang hinter verschlossenen Türen und Fenstern geben sie ihre Bewertungen ab, entscheiden am Ende über Sieg oder Niederlage. „Die Leistungsdichte wird immer größer, es wurde allgemein auf hohem Niveau geschnalzt“, so Roider weiter. Dies zeigt auch die Punktetabelle, denn oftmals entscheidet nur ein halber Punkt die Rangfolge. 

„Der Aufwand hat sich gelohnt“, so 1. Vorstand Martin Seidl, als er überwältigt vom guten Zusammenhalt bei den Schnalzern und den vielen fleißigen Helferinnen und Helfern aus Ainring und den Gemeindegrenzen hinaus erzählt. An beiden Tagen waren jeweils etwa 250 Personen im Einsatz, um sich für den reibungslosen Ablauf, die Bewirtung der Gäste und natürlich um die ständige Aufbereitung der Schnalzerwiese einsetzten. „Schon mehrmals durften wir Ainringer das große Schnalzen ausrichten, es ist immer wieder eine große Ehre, im Mittelpunkt unserer Gemeinschaft zu stehen“, so Seidl weiter. Die Gemeinschaft ist groß. Die Faszination um das Schnalzen steht für grenzenlose Freundschaften zwischen den Passen aus Bayern, Salzburg und dem Salzburger Flachgau. Denn wenn es um ihren Brauch geht, der so nur im historischen Rupertiwinkel die Völker vereint, gelten keine politischen Grenzen. Dies bewiesen sie alle bei der abschließenden Siegerehrung. Egal, welche Platzierung, dabei sein war alles, Jubelrufe und Applaus für jede Passe. 

Blick in die Zukunft

In wenigen Tagen, genauer am Fachings-Dienstag ist die diesjährige Schnalzersaison zu Ende, dann werden die Goaßln wieder eingepackt. 

Erfahrungen, Eindrücke und Tipps zur Organisation um das Rupertigau-Preisschnalzen nehmen die Kirchanschöringer in ihre Planungen auf. Erste Fixpunkte sind schon längst festgelegt, so Vorstand Andreas Heidenthaler. Er und seine Vereinskameraden stecken schon mitten in den Vorbereitungen. Denn im kommenden Jahr sind sie am 7. und 8. Februar 2026 der Gastgeber für das 71. Rupertigau-Preisschnalzen.